Pervitin

Um Soldaten effizienter zu machen, wurden vor allem im zweiten Weltkrieg Amphetamine in Form von Pillen oder in Schokolade millionenfach an Frontsoldaten und Piloten verteilt. Die Spätfolgen für die Soldaten waren hierbei für die Regierungen zweitrangig. Im Deutschen Reich nannte man es Panzerschokolade, in den USA und Großbritannien war es als pilot’s salt bekannt und in Japan nutzen sowohl Soldaten als auch Zivilisten es unter dem Namen Philopon. Pervitin enthält den Wirkstoff Methylamphetamin. In der Drogenszene kennt man es als Meth oder Crystal und es gilt als eine der am schnellsten in die Abhängigkeit führende Substanz.

 


Frauengold

Frauengold war ein frei verkäufliches Stärkungsmittel, das ab 1953 von dem gleichnamigen Flensburger Unternehmen rezeptfrei in Drogerien, Apotheken und Reformhäusern angeboten wurde. Es handelte sich um ein Herz-Kreislauf-Tonikum, für das gezielt mit seiner beruhigenden und stimmungshebenden Wirkung geworben wurde. Hauptwirkstoff war mit mindestens 16,5 Volumenprozent Alkohol. Am 19. August 1981 wurde Frauengold vom Bundesgesundheitsministerium verboten, weil es Aristolochiasäurenenthielt. Diese Wirkstoffe gelten als krebsfördernd und nierenschädigend.
 


Dr. Bow's Liniment

Hergestellt 1891-1908 in London, sollte es, äusserlich angewendet gegen Bronchitis, Husten und Beschwerden
der Atemwegen nützlich sein. Die Mixtur enthielt Opium, Kampfer, Belladonna und Ammoniak.
 


Opium

Opium war in vielen Arzneien ein wesentlicher Bestandteil
Papine ein Schmerzmittel für Kinder (Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung)
Opiumpillen in verschiedenen Varianten
 


Genuine Black Drop

Diese Arznei enthielt 4 x mehr Opium als Laudanum
 


Ergoapiol

Ein Medikament unter anderem hergestellt aus Mutterkornpilzen und Apiol, das in den frühen 1900er Jahren verkauft wurde, um Menstruationsunregelmässigkeiten zu behandeln. Im Mittelalter wurde es verwendet, um Blutungen nach der Geburt zu kontrollieren und in einigen Fällen, um Abtreibungen vorzunehmen. Es kann unglaublich giftig sein, aber es ist in der Lage, die Durchblutung stark zu reduzieren und kann auch Halluzinationen verursachen. In grossen Mengen kann es die Leber und Nieren schädigen.
 



Nembutal Zäpfchen

Inhaltsstoff: Phenobarbital, zur Beruhigung "kleiner" Patienten mit Schlafstörungen oder Angstzuständen

 


Norodin

Metamphetamine - gegen Depressionen
 


Biphetamine

Eine Kombination aus zwei Amphetaminen, wurde bekannt als Black Beauties.
Angepriesen als Schlankmacher
 


Cosadein - gegen Husten

Inhaltsstoffe: Codein, Chloroform, Cannabis

 


Hustensirup mit Teer, Alkohol und Chloroform
 


Asthma Zigaretten

Gegen Asthma, Heuschnupfen, Mundgeruch, jede Art von Halsschmerzen, Erkältungen,
Krebsgeschwüre, Probleme mit den Bronchien
 


Quaalude-300

Es ist ein Arzneistoff, der als Hypnotikum verwendet und als Droge missbraucht wurde.

Es wurde 1951 entdeckt und seit den 1960er-Jahren als Schlafmittel eingesetzt. 1965 wurde es unter den
Handelsnamen Quaalude® und Parest® in den USA als Alternative zu den nicht ungefährlichen Barbituraten
eingeführt. Das ursprünglich in der Werbung als nicht abhängig machend dargestellte Mittel führte aber zu
Fällen physischer und psychischer Abhängigkeit, über die bereits 1966 in Großbritannien berichtet wurde.

Als illegal auf der Straße gehandeltes Rauschmittel erfreute es sich in den USA bald grosser Beliebtheit aufgrund
seiner euphorisierenden und aphrodisierenden Wirkung. Anfang der 1970er Jahre war die Einnahme von 300 bis 450 mg Methaqualon zusammen mit Wein weit verbreitet. Durch den Alkohol wird das durch Methaqualon ausgelöste Gefühl der Unzerstörbarkeit und starken Euphorie noch verstärkt.

 


Pantopon

Das Schmerzmittel mit dem Inhaltstoff Opium
 


Fit und schlank bleiben mit Amphetamin....
 


All diese Medikamente des frühen 19. Jahrhunderts hatten keinerlei experimentelle Basis, dafür aber jede Menge
gefärhlicher Inhaltsstoffe und wurden ganz regulär in den Apotheken verkauft.
Von links nach rechts: Röntgen Flüssigkeit, Elektrischer Blutverdünner, Magnetisches Öl,
Radium Radia, Ozone, Magnetische Pillen, Radioaktive Salbe
 


Renovator

Diese Medizin enthielt eine ganze Reihe von gefährlichen Substanzen; unter anderem Strichnin, Arsen, Chinin und Alkohol
 


LSD

Der Chemiker Albert Hofmann stellte am 16. November 1938 erstmals Lysergsäurediethylamid her. Sein Ziel war
die Entwicklung eines Kreislaufstimulans. Bei seinen Arbeiten mit LSD bemerkte Hofmann an sich selbst eine
halluzinogene Wirkung, die er zunächst nicht erklären konnte.

Die Firma Sandoz, in deren Auftrag Hofmann forschte, brachte 1949 das Präparat unter dem Namen „Delysid“
in den Handel. Es wurde als Psychotomimetikum angeboten, das es Psychiatrie-Ärzten ermögliche,
sich für eine begrenzte Zeit in die Wahrnehmungswelt psychotischer Patienten zu versetzen.

 




Ascatco

Dieses Heilmitttel gegen Heuschnupfen, Bronchitis und andere Atemwegserkrankungen
enthielt unter anderem Alkohol, Opium, Arsen und Strichnin

 


Paregoric

Eine Mixtur aus Opium und Alkohol um vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen jedem zum Schlaf zu verhelfen.
 


Chlor- und Kokainhaltige Pillen gegen Mund-, Hals und Lungenentzündungen,

 


Ein besonderer Mariani Wein, hergestellt aus Kokain (6-7,2mg), und Ethanol
 


Ferratin & Lactophenin

Ein besonderes Beruhigungsmittel hergestellt aus einem Mix aus Kokain und mit Eisen angereichertem Chinin
 


The Allenbury's Throat Pastilles

Pastillen gegen Halsschmerzen
Empfohlene Dosis: alle 4-6 Stunden eine Pastille bei Bedarf
Inhaltsstoffe: Menthol, Eukalyptus und Kokain
 


Eine weitere Variante der Halspastillen mit den Inhaltsstoffen Opium, Morphium und Heroin
 


Indian Cannabis

Zur Beruhigung und Betäubung

Inhaltsstoffe 80 - 94% Alkohol und Cannabis
 


Tabloid Forced March

"Löst das Hungergefühl und verlängert die Ausdauer"
Empfohlene Dosis: 1 Tablette pro Stunde, während Belastungen oder körperlicher Anstrengung
Hauptinhaltsstoff: Kokain
War während des 1. Weltkriegs sehr beliebt
 


Allen's Cocaine Tablets

Ein Wundermittel gegen Heuschupfen, Katarrh, Halsschmerzen, Nervosität, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit
 


Dr. Seth Arnold's Husten Killer
Es funktioniert wie Zauberei

Angepriesen als Heilmittel für Husten, Asthma, Lugenentzündung, Malaria und viele andere Krankheiten.

Wesentlichster Inhaltstoff: Morphin
 


Get Fat

1800-1900

Ein Mittel um fett zu werden, was zu jeder Zeit als äusserst gesund angesehen wurde.
 


Safe Cure

Ein Heilmittel für Nieren- und Leberprobleme aus dem Jahr 1891.
Wie viele Arzneien aus dieser Zeitstark alkoholhaltig...
 


Mrs Winslow's beruhigender Sirup
Der beste Freund jeder Mutter mit einem zahnenden oder unruhigen Kind
Ein Hauptbestandteil: Morphin, 65mg pro Unze (3cl)
Erhältlich war dieses "Wundermittel" zwischen 1800 und 1900.
 


Kokain Zahnschmerztropfen von Lloyd Manufacturing aus dem Jahr 1885.
Für 15 Cents erhältlich in jeder Apotheke

Beschreibung dieses "Medikaments":
Dieses Präparat der Zahnschmerztropfen enthält Kokain; und seine wunderbaren Eigenschaften werden durch täglich
eingehende Empfehlungen vollständig bestätigt. Nehmen Sie nichts anderes als Cocaine Zahnschmerztropfen
 


Absinth - Die grüne Fee

Absinth ist ein alkoholisches Getränk, das traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel sowie einer unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter hergestellt wird. Der Alkoholgehalt liegt etwa zwischen 45 und 85 Volumenprozent. Absinth wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert im Val de Travers in Neuenburg als Heilelixier hergestellt. Grosse Popularität fand diese Spirituose, im 19. und 20. Jahrhundert. Zu den berühmten Absinth-Trinkern zählen unter anderem Charles Baudelaire, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe,Henri de Toulouse-Lautrec, Oscar Wilde. Das Getränk stand in dem Ruf, aufgrund seines Thujon-Gehalts (Thujon ist ein Nervengift. Zu den schädlichen Auswirkungen gehören unter anderem Schwindel, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen, Krämpfe, Blindheit sowie geistiger und körperlicher Verfall, Verwirrtheit und epileptische Krämpfe) abhängig zu machen und schwerwiegende gesundheitliche Schäden hervorzurufen. 1915 war das Getränk in einer Reihe europäischer Staaten und den USA verboten. Moderne Studien haben eine Schädigung durch Absinthkonsum nicht nachweisen können; die damals festgestellten gesundheitlichen Schäden werden heute auf die schlechte Qualität des Alkohols und die hohen konsumierten Alkoholmengen zurückgeführt. Seit 1998 ist Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich. Auch in der Schweiz sind seit 2005 die Herstellung und der Verkauf von Absinth wieder erlaubt.

 



Mariani-Wein

Mariani-Wein ist ein 1863 erstmals hergestelltes alkoholhaltiges Getränk aus Bordeauxwein und Extrakten des Cocastrauchs. Er enthält den Ethylester des Benzoylecgonins und damit eine dem Kokain strukturell sehr ähnliche Substanz. Dieser Ester ist für die berauschende Wirkung verantwortlich. Mariani-Wein war zur damaligen Zeit ein sehr beliebtes Getränk. Königin Victoria von Grossbritannien, Papst Leo XIII. und Papst Pius X. sind einige der populärsten Konsumenten. Papst Leo XIII. verlieh dem Getränk eine Goldmedaille und wurde auf einem Werbebild für das Getränk abgebildet. In Deutschland wurde der freie Verkauf mit dem Opiumgesetz vom 20. Juli 1920 gestoppt.

 



Laudanum

Paracelsus, der Erfinder des Laudanum glaubte, ein Allheilmittel erfunden zu haben. Seine Hauptbestandteile waren zu etwa 90 Prozent Wein sowie Opium zu etwa 10 Prozent. Als weiterer Zusatz wird in einigen Quellen Bilsenkraut (ein stark giftiges Nachtschattengewächs) genannt. Seit seiner Erfindung um das Jahr 1500 fand das Laudanum in Europa eine grosse Verbreitung. Während der nächsten Jahrhunderte erfreute es sich als Universaltonikum und Wunderdroge einer grossen Beliebtheit. Seine herausragende Eigenschaft bestand allerdings nicht in einer lebensverlängernden, sondern vielmehr in seiner schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung. Sogar Kindern wurde die verdünnte Tinktur bedenkenlos zur Ruhigstellung eingegeben. Laudanum war frei verkäuflich und günstig, daher war es in allen Gesellschaftsschichten Europas sehr populär. Seine Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert lässt sich in etwa mit der des Aspirins in der heutigen Zeit vergleichen. Eine Zeit lang fand der Begriff auch als Synonym für Schmerzmittel allgemein Verwendung. In Schriftstellerkreisen kam das Laudanum teilweise zur Anregung der kreativen Fähigkeiten in Mode; der Dauergebrauch der Tinktur schien jedoch die eigene Kreativität eher auszulöschen. Ausserdem starben viele Benutzer des Laudanum an einer Überdosis. Im Jahre 1920 verbot England schliesslich per Gesetzesbeschluss die freie Verkäuflichkeit von Opiaten. 1929 trat in Deutschland das sogenannte Opiumgesetz in Kraft.

 


Coca-Cola

Laut mehrerer Quellen soll bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dem Getränk Coca-Cola Kokain zugesetzt gewesen sein. In den USA soll die braune Brause Anfangs auch als Allheilmittel gegen Kopfschmerzen und Melancholie vermarktet worden sein. Laut der „Österreichischen Apothekerzeitung“ enthielt ein Liter Coca-Cola bis zum Jahr 1903 etwa 250 Milligramm Kokain (zum Vergleich: Konsumenten nehmen beim Schnupfen von Kokain durchschnittlich etwa 20 Milligramm pro „Line“ zu sich). Der Getränkehersteller widerspricht jedoch diesen Angaben und bestreitet seit Jahren, dass jemals Kokain dem Getränk zugefügt wurde. Aufgrund der sich häufenden Todesfälle im Zusammenhang mit kokainhaltigen Getränken wurde in den USA der Kokainzusatz in Getränken 1914 gesetzlich verboten.

 


Heroin das Wundermittel gegen alle Beschwerden !

Das berüchtigtste Rauschgift des 20. Jahrhunderts ist eine Erfindung von Bayer. Angepriesen als Mittel der Wahl gegen fast jedes Übel, von der Bronchitis bis zur Multiplen Sklerose, hilfreich gegen Husten, Schmerzen und viele andere Gebrechen.
Eine staunenswerte Epoche, in der die Welt scheinbar kollektiv high war. Schulkinder, Gebärende, Polizisten, Alte und Gebrechliche konsumieren Heroin als Pulver, Mixtur, Saft oder Zäpfchen, für Frauen gab es sogar heroinhaltige Tampons. Heroin ist in den Apotheken vorrätig, abgepackt in eleganten Flakons oder Gläsern, die bis zu 25 Gramm fassen. Felix Hoffmann, der Erfinder dieser Substanz, starb 1946 nahezu vergessen in der Schweiz. Bayer widmete ihm nicht einmal einen Nachruf. Dazu hätte die Firma durchaus Grund gehabt. Am 10. August 1897, elf Tage bevor er das Heroin zusammenrührte, hat Hoffmann eine andere Substanz erschaffen, die gleichfalls weltberühmt wurde. Seine Chefs hielten sie anfangs für zu giftig und hätten sie fast verworfen. Dieses Produkt ist nach wie vor legal erhältlich. Sein Name: Aspirin.
 
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