Die Kryptozoologie versteht sich als Gebiet der Zoologie, das vor dem Menschen verborgene Tiere aufspürt und erforscht. Die Kryptozoologie ist eher am
Existenzbeweis von Grosstieren interessiert, die ausserhalb der existierenden Klassifikationsschemata angeordnet sind oder die als schon lange ausgestorben gelten.
 
Dodo
Der Dodo war ein etwa ein Meter grosser, 20 Kilogramm schwerer flugunfähiger Vogel, der auf den Inseln Mauritius und Réunion lebte. Die Forschung geht davon aus, dass die Dronte, wie dieser Vogel auch genannt wurde um 1690 ausstarb. Diese Tiere hatten ein blaugraues Gefieder, einen etwa 23 cm langen gebogenen Schnabel und kleine, kurze Flügel, die aber nutzlos waren, da auch ihre Muskulatur zu schwach wahr um damit fliegen zu können, was aber nicht schlimm war, da sie ursprünglich keine Feinde hatten. Hauptgrund für das Aussterben dieser Spezies dürfte unter anderem die Tatsache sein, dass der Dodo kein Flucht- oder Verteidigungsverhalten besass. Die Zutraulichkeit und seine Flugunfähigkeit machten ihn für die Menschen zu einer leichten Beute. Auch seine Eier wurden in Massen gegessen. Weniger als 100 Jahre nach seiner Entdeckung war der Dodo bereits ausgestorben.
 
Quastenflosser
Der seit 65 Millionen Jahren ausgestorben geglaubte Quastenflosser ist ein Knochenfisch und gilt als lebendes Fossil. Ihr Bericht setzt vor etwa 409 Millionen Jahren ein und bricht vor mehr als 70 Millionen Jahren ab. Daher ging man bis zur Wiederentdeckung 1938 im indischen Ozean davon aus, dass die Quastenflosser das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren nicht überstanden hatten. 1997 wurde vor der indonesischen Insel Sulawesi eine zweite Art entdeckt. Ein Merkmal der Quastenflosser ist das teilweise verknöcherte und mit Muskulatur versehene Skelett der Brust- + Bauchflossen. Sie verfügen über ein Gelenk im Schädel, das es ihnen erlaubt, den Oberkiefer gegenüber dem hinteren Schädeteil anzuheben, um so beim Fressen die Maulöffnung zu vergrössern. Sie können bis zu zwei Meter lang und 100 Kilogramm schwer werden. Ihr Lebensraum liegt im Gebiet zwischen den Komoren und Madagaskar in einer Tiefe von 150 bis 400 Metern.
 
Australischer Nachtpapagei / Kakapo
Dieser Vogel galt bis 1990 als verschollen, wenn nicht gar als ausgestorben und wurde durch einen Zufall im Oktober 1990 wieder entdeckt. Das letzte zuvor bekannt gewordene Exemplar dieser Art war 1912 gefangen worden, das bis dahin einzige in diesem Jahrhundert. Insgesamt waren nur 22 dieser Papageien für Museen gesammelt worden, die meisten in Süd- und Westaustralien. Zwar wurde der Nachtpapagei gelegentlich angeblich gesichtet, zuletzt 1979, doch handfeste Beweise für das Fortleben dieser Art gab es nicht. Der Kakapo ist ein Papagei, der in Australien und Neuseeland beheimatet ist. Der nachtaktive Vogel ist im Wesentlichen ein Pflanzenfresser. Er ist der einzige bekannte flugunfähige Papagei. Der Kakapo ist nach wie vor akut vom Aussterben bedroht.
 
Bigfoot / Sasquatch
Angeblich standen dieser Kreatur bereits Tausende von Angesicht zu Angesicht gegenüber und dennoch wird sie von der "offiziellen Wissenschaft" bislang nicht zur Kenntnis genommen. Seit 1811 in der Nähe der kanadischen Stadt Jasper grosse menschenähnliche Fussspuren gefunden wurden gibt es in fast allen amerikanischen und kanadischen Bundesstaaten angebliche Sichtungen des Bigfoot. Die meisten dieser Meldungen stammen jedoch von der Westküste Amerikas und aus den unendlichen Wäldern der Cascades sowie aus den Sümpfen Floridas. Seiner Riesenfüsse wegen, mit denen es durch die Landschaft stapft und tiefe Abdrücke von Schuhgrösse 61 und mehr in die Erde drückt, heisst das mysteriöse Wesen Bigfoot. Es ist beliebt bei all jenen, die an das Unmögliche auf dieser Erde glauben. Doch bis heute zeugen keinerlei handfeste Beweise von seiner Existenz. Kein Kadaver, kein Stück Fell, noch nicht einmal Knochen oder Zähne künden von diesem Rätsel der amerikanischen Wälder. Wohl aber gibt es eine Reihe wirklich unglaublicher Geschichten. Der Anthropologe Grover Krantz hält Bigfoot für einen riesigen Primaten, den Nachfahren von Gigantopithecus, dem grössten Affen, der jemals auf der Erde lebte - und der vor etwa 200'000 Jahren in Südostasien ausgestorben ist. Doch leider existieren für diese aufregende These keinerlei Belege. Bei aller Ungewissheit über Sein oder Nichtsein des Riesenaffen ging man im Skamania County Washingtons vorsorglich auf Nummer sicher: Hier wurde Bigfoot schon 1969 unter Schutz gestellt. Wer mit vorbedachter, böser Absicht einen der seltenen Affenmenschen erschiesst, dem drohen 1000 Dollar Geldstrafe oder ein Jahr Gefängnis.
 
Tenkile & Dingiso
1985 war der Beginn einer kriminalistischen Entdeckungsgeschichte vom Australian Museum in Sydney um das neue Baumkänguru in Neuguinea zu suchen. Ein Tier, dessen Bewegungen so gar nicht an die Eleganz der sprunggewaltigen Hüpfer der australischen Steppen erinnert. Vor etwa 50 Millionen Jahren, als das Klima auf der australischen Landplatte trockener wurde, stiegen die Vorfahren der heutigen Kängurus auf den Boden herab. Bei diesem "Abstieg" verloren sie anatomische Anpassungen für das Leben im Geäst, eine Art Daumen etwa, der den anderen Fingern gegenüberstand und das Umgreifen von Zweigen ermöglichte. Vor etwa fünf Millionen Jahren kehrten einige der Sprungbeutler in die Wälder zurück und stiegen wieder auf die Bäume. Ihre Nachfahren sind die Baumkängurus der heutigen Gattung Dendrolagus, die in den Regenwäldern Neuguineas und Nordaustralien leben. Alle sieben bislang bekannten Baumkänguruarten besitzen einen stark behaarten, langen Schwanz, der nicht zum Greifen taugt, aber zum Balancieren im Geäst. Mit mächtigen Krallen an den Beinen klammern sich die tapsig wirkenden Klettertiere fest und greifen nach Zweigen und Blättern. Im Laufe der Zeit sind ihre Vorder- und Hinterbeine wieder etwa gleich lang geworden, denn das ist in den Wipfeln von Vorteil. Die Geschicklichkeit der Urbeutler erwarben die Baumkängurus allerdings nicht wieder.
 
Zyklopen
Riesig, einäugig und Menschen fressend, war der Zyklop Polyphem eine der monströsen Kreaturen der antiken Sagenwelt. Vom griechischen Dichter Homer wurde der Gigant in der Odyssee verewigt: Das Ungetüm sperrte den listigen Odysseus, der nach der Zerstörung Trojas über die Meere irrte, zusammen mit zwölf Gefährten in seine Höhle ein. Nach und nach verspeiste Polyphem dort die Männer, einen nach dem anderen.
Die Legende aus der Odyssee hat wahrscheinlich einen wahren Kern: Hinter dem einäugigen Zyklopen steckt ein Lebewesen, das wirklich existierte. Auf einigen Mittelmeerinseln fanden sich manchmal Schädel, die knapp unter der Stirn ein merkwürdiges, erstaunlich grosses Loch besitzen. Heute lassen sich die Gebeine eindeutig zuordnen: Sie gehörten winzigen Elefanten, zwergwüchsigen Inselformen, deren Relikte auf Sizilien, Kreta, Malta, Tilos und Zypern entdeckt wurden. Diese Minirüssler waren mit einer Körperhöhe von vielleicht 90 Zentimetern kaum grösser als ein Shetland-Pony und nur ein Hundertstel so schwer wie die afrikanischen Verwandten. Zwergelefanten kannten die Griechen aber nicht mehr und irgendwie mussten sie sich solche ungeheuerlichen Schädel mit einem grossen Loch unterhalb der Stirn ja erklären. Wie sollten sie auch wissen, dass hier, wie bei Elefanten typisch, ein gewaltiges Nasenloch sitzt, an dem auch der Rüssel entspringt?
 
Riesenkraken
Seit vielen Jahrhunderten existieren Berichte über gewaltige, vielarmige Monster in den Ozeanen. Die meisten von diesen Geschichten sind frei erfunden oder zumindest stark übertrieben. Im Jahr 1853 wurde ein Körperteil eines gewaltigen Tintenfisches der Wissenschaft zugänglich, als vor Jütland ein Kadaver eines solchen gigantischen Kopffüssers angeschwemmt worden war. Immer wieder strandeten Riesenkraken an vielen Stränden der Welt, doch meist schnitten Fischer die Körper in Stücke und verwendeten das Fleisch als Köder. So auch in diesem Fall, doch der harte und an einen Papageienschnabel erinnernde Kiefer gelangte in die Hände des dänischen Naturforschers Japetus Steenstrup. Aufgrund der Augenzeugenberichte und dieses Überbleibsels beschrieb er 1857 die Gattung Architeuthis. Es existieren viele falsche Angaben zur Grösse dieser Tiere. Ein Problem bei der Messung von Längen bei Riesenkalmaren ist die enorme Dehnfähigkeit der Arme, weshalb in der Regel die nur wenig veränderliche Mantellänge (Kopfteil) als Kriterium zur Errechnung der tatsächlichen Grösse herangezogen wird. Die grösste belegte Mantellänge beträgt 2,25 Meter, wobei Riesenkalmare in Ausnahmefällen eine Standardlänge von 5 Metern erreichen, Kopf und Fangarme eingeschlossen. Der grösste Teil der Gesamtlänge wird durch die beiden langen dünnen Tentakel ausgemacht. Tatsächlich konnte nie ein Riesenkalmar nachgewiesen werden, der mit ungedehnten Tentakeln eine Länge von 13 Metern überschritt.
 
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